Die Zukunft der Business Wallets
Unser Rückblick auf die GDC 2026 in Genf
Letzte Woche haben wir an der GDC 2026 in Genf teilgenommen, wo Sessions zu Business Wallets, KI-Agenten, Lieferketten und digitaler Souveränität die Zukunft des digitalen Vertrauens beleuchteten.

Was passiert, wenn Business Wallets, KI-Agenten, globale Lieferketten und digitale Souveränität aufeinandertreffen?
Letzte Woche haben wir an der GDC 2026 in Genf teilgenommen, wo Vorträge, Live-Demonstrationen und Gespräche die Zukunft des digitalen Vertrauens beleuchteten.
Die Diskussion geht mittlerweile über die Frage hinaus, was eine digitale Wallet ist, und widmet sich der Frage, wie Wallets organisations-, jurisdiktions- und anbieterübergreifend sowie in autonomen Prozessen funktionieren.
Die Sessions zeigten, wie europäische Business Wallets die Unternehmensidentität, KYB/KYC, Zahlungen und vertrauenswürdige B2B-Interaktionen unterstützen können. Die BU1-Anwendungsfälle mit Bosch, Swiss Federal Railways SBB, Bundesanzeiger Verlag GmbH, Spherity und Procivis zeigten, wie diese Infrastruktur in realen Geschäftsumgebungen Gestalt annimmt.
Das UN Transparency Protocol zeigte eine weitere eindrucksvolle Anwendung: die Verfolgung von Baumwolle vom Bauernhof bis zum fertigen Kleidungsstück in einem europäischen Geschäft, ein Beleg für das Potenzial verifizierbarer Daten für Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette.
KI-Agenten fügten eine weitere Dimension hinzu, vom Wallet-gestützten Onboarding bis hin zu Agenten, die über Business Wallets und vorab autorisierte Mandate handeln. Mit den fortschreitenden technischen Möglichkeiten müssen auch rechtliche Befugnis, Verantwortlichkeit, Governance und Vertrauen mitwachsen.
Diese Themen knüpften unmittelbar an die Arbeit von Credenco an. In der Session des WE BUILD Consortium, "A company has no fingers: why the European Business Wallet is not a personal wallet at scale", stellte Eelco Klaver Erkenntnisse des WE BUILD-Architekturteams und seines Large Scale Pilot vor.
Ein Unternehmen handelt über Mitarbeitende, Vertreter, delegierte Befugnisse und automatisierte Systeme. Business Wallets müssen daher Governance, Vertretung, Delegation, Machine-to-Machine-Interaktionen und organisatorische Befugnis unterstützen.
Live-Demonstrationen machten dies greifbar. interID und Animo Solutions demonstrierten das Business-Onboarding über vier Technologie-Stacks hinweg und kombinierten dabei LPIDs, PIDs, QTSP-Siegel und elektronische Signaturen.
Wir hörten außerdem Perspektiven zu digitaler Souveränität, Interoperabilität, EUDI Wallets, europäischen Business Wallets, Intermediären, WE BUILD, APTITUDE, ETSI und CEN, sowie zu Vertrauen und Governance für KI-Agenten.
Die Herausforderung ist klar: Organisationen sollten nicht in jedem Wallet-Protokoll, Credential-Format, jeder Trust List und jedem regulatorischen Rahmenwerk zu Experten werden müssen. Lösungen müssen diese Komplexität abfangen und sich in bestehende Geschäftsprozesse einfügen. Genau das ist die Herausforderung, an der wir bei Credenco arbeiten.
Wir beendeten die Woche mit einer privaten Führung durch CERN: eine inspirierende Erinnerung daran, was internationale Zusammenarbeit erreichen kann.
Vielen Dank an die FIDES Community, die Sprecherinnen und Sprecher, die Teilnehmenden und alle, die wir getroffen haben, für die ausgezeichneten Gespräche. Wir sind mit neuen Erkenntnissen, Kontakten und Ideen zur Weiterverfolgung aus Genf zurückgekehrt.
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